Pflegeversicherung von A-Z

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Pflegegeld / Pflegestufe abgelehnt

Wenn die Pflegestufe oder das Pflegegeld abgelehnt werden, sind viele Betroffene immer erst einmal unsicher und eingeschüchtert, weil sie nicht genau wissen, wie sie sich in solch einer Situation verhalten sollen. Dabei muss man lediglich einen Pflegestufe Einspruch schreiben, um den Vorgang wieder aufzurollen und eine neuerliche Überprüfung des Sachverhaltes anzustoßen.

Pflegegeld abgelehnt

  • überprüfen, ob Pflegestufe beantragt wurde
  • Gründe für Pflegegeld abgelehnt in Erfahrung bringen
  • Einspruch oder Widerspruch schriftlich einlegen
  • im Notfall eine Prüfung nach Aktenlage ablehnen und eine neue Begutachtung verlangen

Aberkennung Pflegestufe und Pflegegeld

  • bei ungeklärter Lage immer Einspruch einlegen
  • Aberkennung kann aufgrund von einer Verbesserung des Gesundheitszustandes erfolgen
  • eine neue Einstufung wird von der Pflegekasse automatisch vorgenommen
  • wenn Pflegegeld komplett aberkannt wurde, können trotz alledem bei der Krankenkasse Gelder für Hilfsmittel beantragt werden

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Häufig gestellte Fragen

  • Was sind die Aufgaben der Pflegeversicherung?

    Mit der Pflegeversicherung lässt sich gewährleisten, dass Pflegebedürftige Hilfe erhalten, wenn sie aufgrund der Schwere ihrer Pflegebedürftigkeit auf Unterstützung angewiesen sind. Diese kann durch professionelle Mitarbeiter eines Pflegeheims oder eines ambulanten Pflegeteams durchgeführt werden, aber ebenso ist die Pflege durch Familienangehörige möglich. Als pflegebedürftig werden all die Personen bezeichnet, die wegen einer Krankheit oder einer Behinderung minimal für sechs Monate Hilfe beanspruchen. Die Pflegebedürftigkeit umfasst, je nach Schwere, den Hilfsbedarf bei täglichen Verrichtungen, die regelmäßig wiederkehren, sowie Ernährung, Körperpflege, Mobilität und die Versorgung des Haushalts.

  • Ist eine freiwillige Pflegeversicherung sinnvoll?

    Eine freiwillige Pflegeversicherung ist in jedem Fall als sinnvoll zu erachten, denn die gesetzliche Pflegeversicherung kann lediglich als ein Zuschuss angesehen werden, der maximal 50 Prozent der tatsächlich anfallenden Kosten übernimmt. Die private Pflegeversicherung trägt dazu bei, dass alle finanziellen Risiken der Pflegebedürftigkeit abgedeckt werden. Je nach Vertrag wird eine monatliche Pflegerente in einer bestimmten Höhe, ein Tagegeld oder die tatsächliche Kostendifferenz ausgezahlt. Jedoch sollte die Pflegeversicherung so früh wie möglich abgeschlossen werden, da die Prämien umso niedriger sind, umso jünger die versicherte Person ist.

  • Ab welchem Monatsbeitrag zur freiwilligen Pflegeversicherung erhalte ich die staatliche Förderung?

    Die staatliche Förderung, die allgemein als Pflege-Bahr bezeichnet wird, kann dann beansprucht werden, wenn der monatliche Beitrag minimal 10 Euro beträgt. Allerdings sind von der Beitragshöhe das Alter des Versicherten sowie die abgeschlossene Summe abhängig. Der Staat zahlt dann einen Zuschuss von 5 Euro pro Monat in den Vertrag ein, also 60 Euro per Jahr. Jedoch sind spezielle, förderungswürdige Versicherungsverträge notwendig, damit der Zuschuss ausgezahlt werden kann. Um die Beantragung muss sich der Versicherte nicht kümmern, dies regelt der Versicherer.

  • Wie hoch sollte das Pflegegeld pro Pflegestufe bei der freiwilligen Pflegeversicherung idealerweise sein?

    Ein Platz im Pflegeheim kostet rund 3000 Euro. In Pflegestufe III zahlt die gesetzliche Pflegeversicherung 700 Euro Pflegegeld. Die private Pflegeversicherung sollte daher mindestens 2300 Euro pro Monat zahlen, wenn keine zusätzliche Eigenleistung erbracht werden soll. Die Leistungen in Pflegestufe 0 bis II fallen je nach Tarif der privaten Pflegeversicherung prozentual geringer aus. Häufig werden in Pflegestufe 0 10 %, in Pflegestufe I 30 % und in Pflegestufe II 60 % der Leistung in Pflegestufe III von der Pflegeversicherung erbracht.

  • Wie werden die Pflegekosten im Versicherungsfall aus gesetzlicher und freiwilliger Pflegeversicherung verrechnet?

    Bei Einstufung in eine der Pflegestufen können Leistungen aus der gesetzlichen und privaten Pflegeversicherung gleichermaßen in Anspruch genommen werden. Die Höhe der Versicherungsleistung errechnet sich ausschließlich nach der bescheinigten Pflegestufe. Beide Versicherungen ergänzen einander und zahlen einen Teil der Gesamtkosten. Der Erhalt von Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung schmälert daher die Leistungen der privaten Pflegeversicherung nicht. Die Leistungen der Zusatzversicherung können, bei Einstufung in eine leistungsberechtigte Pflegestufe, im vertraglich festgelegten Rahmen in vollem Umfang ohne Abzug in Anspruch genommen werden.

  • Pflege Bahr – Was ist das?

    Seit Januar 2013 ist der Ausdruck „Pflege-Bahr“ in aller Munde. Hierbei handelt es sich um einen steuerlichen Zuschuss in Höhe von 60 Euro pro Jahr, den jeder beanspruchen kann, der eine private Pflegeversicherung mit einem Mindestbeitrag von 10 Euro per Monat abgeschlossen hat. Darüber hinaus sollte die spätere Auszahlungsleistung bei wenigstens 600 Euro pro Monat für die Pflegestufe III liegen. Jedoch ist nicht jede private Pflegeversicherung dazu geeignet, dass die steuerliche Förderung beansprucht werden kann, sondern lediglich speziell geförderte Tarife.

Weitere Informationen


Mehr als zwei Millionen pflegebedürftige Menschen in Deutschland beziehen Leistungen der Pflegekassen. Sie sind nicht in der Lage, sich selbständig zu pflegen und zu versorgen. Das Pflegegeld oder die Sachleistungen der Pflegekassen sollen finanziell unterstützen und dafür sorgen, dass eine menschenwürdige und lebensbejahende Pflege möglich ist. Und das unabhängig von den persönlichen finanziellen Voraussetzungen.

Um Pflegegeld oder entsprechende Sachleistungen von den Pflegekassen beziehen zu können, muss im Vorfeld eine Pflegestufe beantragt werden. Liegt eine Pflegebedürftigkeit vor, wird diese Pflegestufe genehmigt und die entsprechenden Leistungen können abgerufen werden.

Hin und wieder kommt es vor, dass die Pflegestufe abgelehnt und damit auch der Antrag auf Pflegegeld abgelehnt wird. Für viele Betroffene ein Schock, da sie fest mit der Unterstützung rechnen. Was also tun, wenn die Pflegestufe abgelehnt oder aber auch das Pflegegeld abgelehnt wurde?

Der Einspruch

Wenn die Pflegestufe aberkannt oder die Pflegestufe abgelehnt wurde, dann muss im ersten Schritt ein Pflegestufe Einspruch gemacht werden. Der Pflegestufe Einspruch muss generell schriftlich erfolgen, da man nur so den Nachweis über den Einspruch erbringen kann. Hierfür kann man ein formloses Schreiben aufsetzen, welches zwingend vom Antragsteller unterschrieben werde muss. Da der Antragsteller nicht unbedingt der Pflegebedürftige sein muss, sondern es sich dabei auch um ein Familienmitglied oder einen gesetzlichen Vormund handeln kann, ist es nicht schlimm, wenn die pflegebedürftige Person nicht zur Unterschrift fähig ist.

Aufgrund des Pflegestufe Einspruch muss die Pflegekasse den Antrag oder die Ablehnung noch einmal überprüfen. Die Aktenlage wird neu eingeschätzt und ein neuer Bescheid wird erstellt. In nicht wenigen Fällen korrigiert die Pflegekasse ihre Einschätzung und die Aberkennung oder die Ablehnung wird zurückgenommen.

Gründe für die Ablehnung beim Pflegegeld

Wird der Antrag auf Pflegegeld abgelehnt, dann sollte nach den Gründen geschaut werden. Pflegegeld kann nur dann beantragt werden, wenn eine Einstufung in eine Pflegestufe vorgenommen wurde. Meist liegt hier auch der Grund dafür, dass der Antrag auf Pflegegeld abgelehnt wurde. Die fehlende Pflegestufe macht eine Berechnung des Pflegegeldes nicht möglich.

Damit dies nicht passiert, muss ein Schritt nach dem anderen getan werden. Somit muss zuerst die Pflegestufe beantragt werden. Hierfür kann man sich formlos oder auch mit Hilfe eines Formulars an die Krankenkasse des Pflegebedürftigen wenden. Diese leitet den Antrag an die angeschlossene Pflegekasse weiter, die wiederum den Antrag überprüft und eine Begutachtung des Pflegebedürftigen anordnet. Bei der Begutachtung wird durch den MDK genau geschaut, welche Tätigkeiten der Pflegebedürftige nicht selbständig ausführen kann und in welchem Umfang die Hilfe benötigt wird. Erst wenn dies geschehen ist und eine Einstufung in eine Pflegestufe vorgenommen wurde, kann auch das Pflegegeld beantragt werden. Vorher wird jeder Antrag auf Pflegegeld abgelehnt.

Pflegestufe aberkannt – was nun?

Mitunter kann es auch vorkommen, dass die Pflegestufe aberkannt wird. Hierfür kann es unterschiedliche Gründe geben. Zum einen kann es sein, dass sich der Gesundheitszustand oder die allgemeine Verfassung des Pflegebedürftigen soweit verbessert hat, dass er nur noch eine geringere Einstufung benötigt oder diese überhaupt nicht mehr von Nöten ist. Die Pflegekassen überprüfen in regelmäßigen Abständen den Zustand des Pflegebedürftigen. Sollte sich ein Verbesserung eingestellt haben, wird die aktuelle Pflegestufe aberkannt und durch eine andere ersetzt.