Pflegeversicherung von A-Z

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Pflegegeld Eingeschränkter Alltagskompetenz

Seit dem Jahr 2013 ist es möglich, auch dann eine Pflegestufe und somit Pflegegeld zu beantragen, wenn eine eingeschränkte Alltagskompetenz vorliegt. Hierbei handelt es sich umgangssprachlich im eine Demenz, die in recht unterschiedlicher Ausprägung auftreten kann. Die Leistungen der Pflegeversicherung bei eingeschränkter Alltagskompetenz orientieren sich immer an der Einstufung in die entsprechende Pflegestufe.

Leistungen Pflegeversicherung bei eingeschränkter Alltagskompetenz

  • Pflegegeld oder Sachleistungen sind möglich
  • auch in Kombination
  • Leistungen Pflegeversicherung bei eingeschränkter Alltagskompetenz müssen schriftlich beantragt werden

Pflegestufen

  • Pflegestufe mit eingeschränkter Alltagskompetenz von 0 bis III möglich
  • orientiert sich an der schwere der Einschränkung
  • Aufschlag gegenüber der herkömmlichen Pflegestufen bei Pflegestufe 0 bis II

Pflegegeld

  • Pflegegeld mit eingeschränkter Alltagskompetenz wird monatlich ausgezahlt
  • kann mit Sachleistungen kombiniert werden
  • muss schriftlich beantragt werden

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Häufig gestellte Fragen

  • Was sind die Aufgaben der Pflegeversicherung?

    Mit der Pflegeversicherung lässt sich gewährleisten, dass Pflegebedürftige Hilfe erhalten, wenn sie aufgrund der Schwere ihrer Pflegebedürftigkeit auf Unterstützung angewiesen sind. Diese kann durch professionelle Mitarbeiter eines Pflegeheims oder eines ambulanten Pflegeteams durchgeführt werden, aber ebenso ist die Pflege durch Familienangehörige möglich. Als pflegebedürftig werden all die Personen bezeichnet, die wegen einer Krankheit oder einer Behinderung minimal für sechs Monate Hilfe beanspruchen. Die Pflegebedürftigkeit umfasst, je nach Schwere, den Hilfsbedarf bei täglichen Verrichtungen, die regelmäßig wiederkehren, sowie Ernährung, Körperpflege, Mobilität und die Versorgung des Haushalts.

  • Ist eine freiwillige Pflegeversicherung sinnvoll?

    Eine freiwillige Pflegeversicherung ist in jedem Fall als sinnvoll zu erachten, denn die gesetzliche Pflegeversicherung kann lediglich als ein Zuschuss angesehen werden, der maximal 50 Prozent der tatsächlich anfallenden Kosten übernimmt. Die private Pflegeversicherung trägt dazu bei, dass alle finanziellen Risiken der Pflegebedürftigkeit abgedeckt werden. Je nach Vertrag wird eine monatliche Pflegerente in einer bestimmten Höhe, ein Tagegeld oder die tatsächliche Kostendifferenz ausgezahlt. Jedoch sollte die Pflegeversicherung so früh wie möglich abgeschlossen werden, da die Prämien umso niedriger sind, umso jünger die versicherte Person ist.

  • Ab welchem Monatsbeitrag zur freiwilligen Pflegeversicherung erhalte ich die staatliche Förderung?

    Die staatliche Förderung, die allgemein als Pflege-Bahr bezeichnet wird, kann dann beansprucht werden, wenn der monatliche Beitrag minimal 10 Euro beträgt. Allerdings sind von der Beitragshöhe das Alter des Versicherten sowie die abgeschlossene Summe abhängig. Der Staat zahlt dann einen Zuschuss von 5 Euro pro Monat in den Vertrag ein, also 60 Euro per Jahr. Jedoch sind spezielle, förderungswürdige Versicherungsverträge notwendig, damit der Zuschuss ausgezahlt werden kann. Um die Beantragung muss sich der Versicherte nicht kümmern, dies regelt der Versicherer.

  • Wie hoch sollte das Pflegegeld pro Pflegestufe bei der freiwilligen Pflegeversicherung idealerweise sein?

    Ein Platz im Pflegeheim kostet rund 3000 Euro. In Pflegestufe III zahlt die gesetzliche Pflegeversicherung 700 Euro Pflegegeld. Die private Pflegeversicherung sollte daher mindestens 2300 Euro pro Monat zahlen, wenn keine zusätzliche Eigenleistung erbracht werden soll. Die Leistungen in Pflegestufe 0 bis II fallen je nach Tarif der privaten Pflegeversicherung prozentual geringer aus. Häufig werden in Pflegestufe 0 10 %, in Pflegestufe I 30 % und in Pflegestufe II 60 % der Leistung in Pflegestufe III von der Pflegeversicherung erbracht.

  • Wie werden die Pflegekosten im Versicherungsfall aus gesetzlicher und freiwilliger Pflegeversicherung verrechnet?

    Bei Einstufung in eine der Pflegestufen können Leistungen aus der gesetzlichen und privaten Pflegeversicherung gleichermaßen in Anspruch genommen werden. Die Höhe der Versicherungsleistung errechnet sich ausschließlich nach der bescheinigten Pflegestufe. Beide Versicherungen ergänzen einander und zahlen einen Teil der Gesamtkosten. Der Erhalt von Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung schmälert daher die Leistungen der privaten Pflegeversicherung nicht. Die Leistungen der Zusatzversicherung können, bei Einstufung in eine leistungsberechtigte Pflegestufe, im vertraglich festgelegten Rahmen in vollem Umfang ohne Abzug in Anspruch genommen werden.

  • Pflege Bahr – Was ist das?

    Seit Januar 2013 ist der Ausdruck „Pflege-Bahr“ in aller Munde. Hierbei handelt es sich um einen steuerlichen Zuschuss in Höhe von 60 Euro pro Jahr, den jeder beanspruchen kann, der eine private Pflegeversicherung mit einem Mindestbeitrag von 10 Euro per Monat abgeschlossen hat. Darüber hinaus sollte die spätere Auszahlungsleistung bei wenigstens 600 Euro pro Monat für die Pflegestufe III liegen. Jedoch ist nicht jede private Pflegeversicherung dazu geeignet, dass die steuerliche Förderung beansprucht werden kann, sondern lediglich speziell geförderte Tarife.

Weitere Informationen


Pflegegeld wird in Deutschland nicht nur dann gezahlt, wenn man körperlich nicht mehr in der Lage dazu ist, sich hinreichend selbst zu pflegen und zu versorgen. Es kann auch dann beantragt werden, wenn die Alltagskompetenz so stark eingeschränkt ist, dass eine dauerhafte oder zeitweise Betreuung von Nöten ist. Dabei ist die Beantragung von Pflegegeld mit eingeschränkter Alltagskompetenz noch recht neu. Denn die Pflegestufe mit eingeschränkter Alltagskompetenz wurde er eingerichtet, da ohne körperliche Einschränkungen bis dahin keine Beantragung von finanzieller wie auch materieller Unterstützung möglich war.

Wann die Leistungen der Pflegeversicherung bei eingeschränkter Alltagskompetenz beantragt werden können

Um Leistungen von der Pflegeversicherung beziehen zu können, müssen ganz spezielle Voraussetzungen erfüllt werden. So kann man Leistungen der Pflegeversicherung bei eingeschränkter Alltagskompetenz nur dann abrufen, wenn man im ersten Schritt eine Pflegestufe beantragt hat. Dieser wird dann stattgegeben, wenn folgende Kriterien erfüllt werden:

  • der Betroffene verlässt unkontrolliert seine Wohnung
  • er kann gefährliche Situationen nicht einschätzen und handelt falsch
  • er benutzt gefährliche Gegenstände nicht sachgerecht
  • er kann seine eigenen Gefühle und sein Verhalten nicht richtig einordnen
  • therapeutischen oder schützenden Maßnahmen steht er kritisch gegenüber und lässt diese nicht zu
  • er leidet an Depressionen und Angststörungen
  • das Gedächtnis ist beeinträchtigt
  • Eine Störung des Tag-/Nacht-Rhythmus liegt vor

Kommt dann noch hinzu, dass der Tagesablauf nicht selbständig geplant werden kann und das verhalten als labil und unkontrolliert eingestuft wird, kann eine Pflegestufe mit eingeschränkter Alltagskompetenz beantragt werden.

So können die Leistungen der Pflegeversicherung bei eingeschränkter Alltagskompetenz beantragt werden

Die Leistungen Pflegeversicherung bei eingeschränkter Alltagskompetenz können jederzeit bei der Pflegekasse der Krankenkasse beantragt werden. Ist die Einschränkung soweit fortgeschritten, dass der Betroffene den Antrag nicht selbst stellen kann, so sind auch Familienangehörige oder gesetzliche Vertreter dazu berechtigt. Der Antrag auf Leistungen der Pflegeversicherung bei eingeschränkter Alltagskompetenz muss generell schriftlich gestellt werden. Die Pflegekassen halten hierfür ein Formular bereit, dass die Beantragung erleichtert. Zudem kann der Antrag formlos gestellt werden.

Die Pflegekasse wird sich daraufhin bei dem Betroffenen melden und einen Termin für die Begutachtung vereinbaren. hier gilt es, die Einschränkung im Alltag sichtbar zu machen. Zudem empfiehlt es sich, bei diesem Termin auch eventuell vorhandene Arztunterlagen zur Hand zu haben, die die Einschränkung bestätigen. Dies hilft der Pflegekasse, den Betroffenen in die geeignete Pflegestufe einzustufen.

Die möglichen Pflegestufen bei einer eingeschränkten Alltagskompetenz

Einzig für Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz wurde die Pflegestufe 0 eingerichtet. Diese ist für all jene Menschen geeignet, die neben der Einschränkung keine weiteren körperlichen Gebrechen haben. Zudem können die Pflegestufen I bis III genutzt werden. Die Einstufung erfolgt immer Anhand der Einschränkung. Je gravierender diese ist, umso höher auch die Pflegestufe mit eingeschränkter Alltagskompetenz.

Das Pflegegeld mit eingeschränkter Alltagskompetenz

Das Pflegegeld mit eingeschränkter Alltagskompetenz ist höher als das Pflegegeld, welches sonst bei den unterschiedlichen Pflegestufen gezahlt wird. So ist Pflegegeld mit eingeschränkter Alltagskompetenz in folgender Höhe möglich:

  • Pflegestufe 0: 120 Euro pro Monat
  • Pflegestufe I.: 305 Euro pro Monat
  • Pflegestufe II: 525 Euro pro Monat
  • Pflegestufe III: 700 Euro pro Monat